Rückwärtige Ansicht auf das Sayn‘sche Haus; © Rainer Gaertner, DGPh Spätmittelalterliche Mauerreste – Archäologische Grabungen 2009; © Rainer Gaertner, DGPh Unter den Eiben im Barockgarten; © Nikolai Benner Transparenter Übergang vom neuen Foyer zum alten Schlossgebäude; © Nikolai Benner Lehrgärten und Rasenlabyrinth vor dem Roten Haus; © Nikolai Benner Dachkonstruktion im Bergfried; © Rainer Gaertner, DGPh

Geschichte

Bis in jüngster Zeit ging man davon aus, dass die Geschichtsschreibung von Schloss Homburg im Jahr 1276 begann. In diesem Jahr wurde das Schloss erstmals urkundlich erwähnt, es hatte eine einfache und kompakte Gestalt. Die bei archäologischen Grabungen im Rahmen der Vorarbeiten zur Schlosserweiterung 1999 aufgetauchten Funde lassen jedoch vermuten, dass der Schlossberg schon sehr viel früher bebaut war. Demnach stand schon im 11. Jahrhundert ein Rundturm mit 12 Metern Durchmesser – ein für das Rheinland eher untypischer so genannter Donjon – auf dem Bergsporn. Er könnte aus der Zeit um 1070 stammen.

Im Laufe der Jahrzehnte ordnete sich die Nutzung der Gebäude vor allem den wechselnden Bedürfnissen der Herrschaft und den neuen Anforderungen der ständig verbesserten Waffentechnik unter. Daher kam es immer wieder zu Umbauten, das „Gesicht“ von Schloss Homburg veränderte sich seit 1250 erheblich.

Das heutige Homburger Ländchen gehörte damals zum so genannten Auelgau. Hier waren vermutlich die aus der Gegend von Neuwied stammenden Grafen von Sayn (später Sayn-Wittgenstein-Homburg) aktiv, sie errichteten im 13. Jahrhundert die urkundlich erwähnte Höhenburg. Ebenfalls in der Region präsent waren die Grafen von Berg, die dem Bergischen Land ihren Namen gaben. 1604 einigten sich beide Adelsgeschlechter im so genannten Siegburger Vergleich über eine Bereinigung der Territorialgrenzen.

Es folgte die Zeit der Eigenherrschaft Homburgs, die von 1635 bis 1743 andauerte. Die mittelalterliche Burg, die bis dahin als Witwensitz genutzt oder von Verwaltern bewohnt worden war, wurde zur reinen Wohnanlage im Stil eines Barockschlosses ausgebaut.

Die Anlage erreichte ihre größte Ausdehnung und erhielt – dem Proportionsempfinden der Barockzeit entsprechend – eine einheitliche Baugestalt. So wurde der Nordflügel um ein Geschoss erhöht und den anderen Wohnflügeln angepasst. Resultat war eine Dreiflügelanlage, die von dem aufgestockten ehemaligen Bergfried überragt wird.

Doch der Blütezeit folgte der Verfall. Nach dem Ende der territorialen Unabhängigkeit wurden die oberbergischen Gebiete in das von Napoleon I. neu geschaffene Großherzogtum Berg eingegliedert. In Folge des Wiener Kongresses 1815 fielen sie dann an das Königreich Preußen. Das Schloss wurde im 19. Jahrhundert immer mehr zur Ruine.

Erst mit der Gründung des „Oberbergischen Heimatmuseums“ Anfang des 20. Jahrhunderts konnte die Entwicklung gestoppt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schloss Homburg mit großer Unterstützung des Oberbergischen Kreises als repräsentativer Bau wiederhergestellt.
 

Bildergalerie

Schwarzenberger Reichstaler, 1696 Schloss Homburg um 1750 - Ölgemälde im Schloss Berleburg Schloss Homburg, historisches Burgpflaster; Rainer Gaertner DGPh Lithografie "Schloss Homburg", um 1850 Aufgang Schloss Homburg, 2011; Oliver Kolken Schloss Homburg, Torbogen mit Allianzwappen (Sayn-Wittgenstein-Homburg und Schomberg-Mertola); Rainer Gaertner DGPh
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