Schloss Homburg im Grünen © Ingo E. Fischer Die Jury des Gespenster-Castings auf Schloss Homburg © OBK

Presse

Fünf Kunstschaffende haben Sonderpreis des Oberbergischen Kreises erhalten

Künstlerische und kulturelle Arbeiten mit einem Bezug auf die Corona-Pandemie 2022 wurden ausgezeichnet

Oberbergischer Kreis. Der Oberbergische Kreis vergibt in Partnerschaft mit der Kulturstiftung Oberberg der Kreissparkasse Köln einmalig im Jahr 2022 einen mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Sonderpreis für künstlerische und kulturelle Arbeiten mit einem Bezug auf die Corona-Pandemie. Der Sonderpreis soll künstlerische Arbeiten aller Kultursparten, die sich mit der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft beschäftigen, würdigen und die Kulturschaffenden im Oberbergischen unterstützen. 37 Kulturschaffende aus dem Oberbergischen haben sich mit den unterschiedlichsten Werken und Projekten beworben. Fünf Preisträgerinnen und Preisträger wurden von einer Jury ausgewählt, im Rahmen eines Konzerts der Band JAZZ AGAINST THE MACHINE auf Schloss Homburg ausgezeichnet und mit jeweils 1.000 Euro prämiert.

Kulturdezernent Felix Ammann (2.v.l.) und Kulturamtsleiter Steffen Müller (l.) würdigten die Künstlerinnen und Künstler, die den Sonderpreis für Kulturschaffende mit Bezug auf die Corona-Pandemie erhalten haben. (Foto: Philipp Ising)
Kulturdezernent Felix Ammann (2.v.l.) und Kulturamtsleiter Steffen Müller (l.) würdigten die Künstlerinnen und Künstler, die den Sonderpreis für Kulturschaffende mit Bezug auf die Corona-Pandemie erhalten haben. (Foto: Philipp Ising)

"Trotz Corona-Pandemie ist das kulturelle Schaffen im Oberbergischen weitergegangen und auf einem guten Niveau. Beweis dafür sind die 37 Anträge der kulturschaffenden Bewerberinnen und Bewerber. Mit der Verleihung dieses Sonderpreises zeigen wir nicht nur Wertschätzung sondern schaffen auch wieder ein Stück Sichtbarkeit für die Künstlerinnen und Künstler, die in den vergangenen zwei Jahren unter äußerst erschwerten Bedingungen kreativ waren", sagt Kulturdezernent Felix Ammann. 

Ergänzend dazu wies Kulturamtsleiter Steffen Müller auf die Vielfalt oberbergischen Kulturschaffens hin, die durch die Bewerbungen sichtbar wurde. Unterschiedlichste kulturelle Projekte und künstlerische Genres setzten sich mit der Pandemie auseinander. „Jeden Morgen stehen Menschen auf, um Kunst und damit Begegnung zu schaffen", sagte Steffen Müller mit Blick auf das unermüdliche Engagement der kreativ Tätigen.
Auch das werde mit dem ausgelobten Sonderpreis gewürdigt.

Förderkreis für Kinder, Kunst, Kultur e.V.: „Kinder locked down“

Der Förderkreis für Kinder, Kunst und Kultur in Bergneustadt e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendlichen aus Bergneustadt kulturell, sozial und auch künstlerisch zu fördern. Die von Andrea Perthel geleitete Kunstwerkstatt hat mit dem Projekt „Kinder locked down“ das Ziel verfolgt, die kreative Auseinandersetzung der Pandemie aus Sicht der Kinder und Jugendlichen zu beleuchten und zu fördern. Die Kinder gestalteten eine lebensgroße Figur, die zentrale Themen der Pandemie aufgreift sowie großformatige Porträts, die ganz unterschiedliche Gefühle zum Ausdruck bringen. Dazu fertigten sie collagenartige Masken an, die den Porträts vorgesetzt werden können und eindrucksvoll vermitteln, wie die Maske den emotionalen Ausdruck verändert. Professionell mit Bleistift- und Farbskizzen bereiteten die jungen Künstlerinnen und Künstler Ihre Porträts vor. Die Werke sind so unterschiedlich wie das Erlebte selbst. Das Projekt vermittelt anschaulich, wie Kinder und Jugendliche die Pandemie erlebt haben und was sie beschäftigt hat und zeigt zugleich, wie wichtig ein gemeinsamer kreativer Austausch beim Verarbeiten des Erlebten sein kann.

WareHouseStage

Die Initiative WareHouseStage engagiert sich seit 2020 kontinuierlich und ehrenamtlich in besonderem Maße für die Kulturszene Oberbergs. Als mit Beginn der Pandemie auf einmal keine Konzerte und Events mehr möglich waren schlossen sich im ersten Corona-Frühling Mario Birk, Stefan Förster und Markus Missbrandt zusammen und gründeten die WareHouseStage, benannt nach dem Lagerhaus des Technikverleihers, der noch wenige Woche zuvor Bühnen und Licht- und Tontechnik im gesamten Kreis bewegt hatte. Mit einem Livestream stand das Programm für die Musikszene und die Region nun jeden Samstag fest: um 20 Uhr gab es den Livestream der WareHouseStage. Seit Mai 2020 hat die WarehouseStage mit ihren Live-Streams mehr als sechzig Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne geboten und sich zu einem deutschlandweit bekannten Format entwickelt. Zuschauerinnen und Zuschauer von überall auf der Welt verfolgen mittlerweile die Streams des oberbergischen Teams, das plant, Oberberg bald auch live und in Farbe Konzerte zu bieten. Dieses aus der Not geborene und rein ehrenamtliche Projekt, oberbergische Musikerinnen und Musiker in der Pandemie zu unterstützen zeigt das Herzblut des Teams für Oberberg und die Musik gleichermaßen.

Für seine ausdrucksstarken Wandinstallation "Genug davon? Genug davon!“ mit Bezug auf die Corona-Pandemie wurde Axel Müller aus Bergneustadt ausgezeichnet. (Foto: Axel Müller)
Für seine ausdrucksstarken Wandinstallation "Genug davon? Genug davon!“ mit Bezug auf die Corona-Pandemie wurde Axel Müller aus Bergneustadt ausgezeichnet. (Foto: Axel Müller)

Axel Müller: „Genug davon? Genug davon!“

Die Wandinstallation „Genug davon? Genug davon!“ des Bergneustädter Künstlers Axel Müller spricht bereits mit ihrem mehrdeutigen Titel zentrale Themen der Pandemie an. Die Frage nach genug Ressourcen (Masken, Tests, Impfstoffen, ...) ist hier ebenso präsent wie der Ausdruck andererseits auch Ausdruck einer Belastungssituation, die lange genug getragen werden musste. Die etwa 250 bunten Masken als Teil des Kunstwerks sind für viele DAS Symbol der Pandemie, das hier symbolisch als Vorrat angelegt wurde und so die Themen Hamstern einerseits und Solidarität zugleich anspricht. Die farbigen Masken dieses vielschichtigen Werks sind eine Referenz auf das Bunte und Schöne im Leben, dass es durch die Pandemie zu tragen und zu schützen gilt.

Tabea Lettau: „Die Welt fühlt sich anders an“

Der Poetry-Slam-Text der Waldbröler Redakteurin und Autorin Tabea Lettau führt auf sprachlich beeindruckende Weise durch die verschiedenen Phasen und Emotionen der Pandemie. Er nimmt betont das Menschliche abseits von Statistiken zu Fallzahlen, Virusvarianten oder Maßnahmenkatalogen in den Blick und weist hoffnungsvoll in eine Zukunft, in der der Krise auch Chancen zu Wachstum, Veränderung und Transformation entwachsen sind. Tabea Lettau findet passende und berührende Worte für eine Zeit, die sich eigentlich kaum in Worte fassen lässt. Vortrag des Textes durch die Künstlerin unter: www.youtube.com/watch?v=6TkOjLvJZUk

Manfred Krämer: "SARSKOPF I-III"

Der Maler und Fotograf Manfred Krämer aus Lindlar hat mit seinem Triptychon "SARSKOPF I-III" technisch hervorragende, präzise und atmosphärisch äußerst eindrückliche Gemälde fast gesichtsloser Porträts geschaffen. Die drei Gemälde thematisieren jeweils für sich einzeln als auch im Zusammenspiel auf eine sehr dynamische und zugleich subtile Art mehrere zentrale Themen der Pandemie: Schutz –  für sich selbst aber auch für die Mitmenschen, Enge, Isolation aber auch Halt und Hoffnung in bewegten Zeiten.