Schloss Homburg mit Blick auf den Barockgarten und das Forum © I. E. Fischer Ausstellungsmotiv für „Ein Komponist auf Wanderschaft – Auf den Spuren Engelbert Humperdincks“

Presse

"künstlerisch ... lebendig": Museum Schloss Homburg präsentiert Käthe Kollwitz - Ausstellung

Werke aus der Kölner Käthe Kollwitz Sammlung sind bis 1. November 2015 im White Cube auf Schloss Homburg zu bewundern. Bei der feierlichen Eröffnung gab es bereits Einblicke in wenig bekannte Seiten der Künstlerin

Oberbergischer Kreis. Als "eine Herzensangelegenheit" bezeichnet Landrat Hagen Jobi diese einzigartige Sonderschau im Museum Schloss Homburg. Möglich wurde die Ausstellung durch die Kreissparkasse Köln, einem wichtigen Partner von Schloss Homburg. Hintergrund der Ausstellung sind zwei besondere Jubiläen: das Käthe Kollwitz Museum in Köln feiert in diesem Jahr 30-jähriges Bestehen; gegründet 1985 als erstes Käthe Kollwitz Museum überhaupt von der Kreissparkasse Köln. Außerdem jährt sich in diesem Jahr zum 70.-sten Mal der Todestag der Berlinerin. "Das sind gute Gründe, die Künstlerin und ihr Werk stärker in Bewusstsein zu rücken. das Museum und Forum Schloss Homburg tut dies mit der Ausstellung Käthe Kollwitz künstlerisch ... lebendig", sagt Museumsdirektorin Dr. Gudrun Sievers-Flägel. Wenngleich sich Schloss Homburg vorrangig als "kulturhistorisches Haus" versteht, erhält diese einzigartige Kunstausstellung hier das angemessene Forum.   

Freude über die gelunge Ausstellung (v.l.n.r.): Landrat Hagen Jobi; Hannelore Fischer, Leiterin des Kollwitz-Museums in Köln; Dr. Gudrun Sievers-Flägel, Museumsdirektorin Schloss Homburg und Dr. Klaus Tiedeken, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Köln (Foto:OBK).
Freude über die gelunge Ausstellung (v.l.n.r.): Landrat Hagen Jobi; Hannelore Fischer, Leiterin des Kollwitz-Museums in Köln; Dr. Gudrun Sievers-Flägel, Museumsdirektorin Schloss Homburg und Dr. Klaus Tiedeken, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Köln (Foto:OBK).

Die Ausstellung gewährt Einblicke in Leben und Werk von Käthe Kollwitz (1867 -1945) und zeigt anhand von Fotografien und Zitaten aus Briefen und Tagebüchern auch private und bislang wenig bekannte Seiten der bildenden Künstlerin. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Zeichnungen und Druckgrafiken aus allen Schaffensperioden, von denen ein Teil nun auch, neben Bronze-Plastiken von Käthe Kollwitz, im White Cube des Museum und Forum Schloss Homburg zu sehen ist.

Die "Große Liebesgruppe" von 1913 zählt zu den bedeutenden Plastiken von Käthe Kollwitz. Im Hintergrund ihre Radierung "Helft Russland" mit der die Künstlerin die Hungersnot im Osten beklagt und ein selbstportrait Käthe Kollwitz' (Foto:OBK).
Die "Große Liebesgruppe" von 1913 zählt zu den bedeutenden Plastiken von Käthe Kollwitz. Im Hintergrund ihre Radierung "Helft Russland" mit der die Künstlerin die Hungersnot im Osten beklagt und ein selbstportrait Käthe Kollwitz' (Foto:OBK).

Dass Werke aus der international größten Käthe Kollwitz Sammlung jetzt im Oberbergischen gezeigt werden, ist für Dr. Klaus Tiedeken, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Köln, "eine besondere Freude". Mit dem Museum und Forum Schloss Homburg sei ein kultureller Mittelpunkt im Oberbergischen Kreis entstanden. Hier biete es sich an eine so hochwertige Ausstellung zu präsentieren "und auch Käthe Kollwitz hätte dies Ausstellung gefallen", sagt Dr. Klaus Tiedeken.

Ein neuer Blick auf Leben und Werk von Käthe Kollwitz bietet sich den Ausstellungsbesuchern im White Cube (Foto:OBK)
Ein neuer Blick auf Leben und Werk von Käthe Kollwitz bietet sich den Ausstellungsbesuchern im White Cube (Foto:OBK)

Wie reich an Leidenschaft das Leben von Käthe Kollwitz war, vermittelt Hannelore Fischer, die Direktorin des Käthe Kollwitz Museum Köln in ihrer Einführungsrede. Das Leben von Käthe Kollwitz sei nicht vorwiegend von Sorge und Trauer geprägt gewesen. Die Museumsdirektorin beschreibt die Künstlerin als politisch und weltoffen.  

Zahlreiche Fotografien in der Sonderausstellung zeigen die private Käthe Kollwitz (Foto:OBK)
Zahlreiche Fotografien in der Sonderausstellung zeigen die private Käthe Kollwitz (Foto:OBK)

Sie habe sich danach gesehnt, aus bürgerlichen Konventionen auszubrechen und habe im Proletariat den Naturalismus entdeckt. "Das Schöne ist das Häßliche", zitiert Hannelore Fischer die Künstlerin.

Mit zeitgenössischen Texten und Chansons vermitteln Stefanie Wüst und Edwin A. Buchholz das Lebensgefühl  in den Schaffensphasen der Künstlerin (Foto:OBK).
Mit zeitgenössischen Texten und Chansons vermitteln Stefanie Wüst und Edwin A. Buchholz das Lebensgefühl in den Schaffensphasen der Künstlerin (Foto:OBK).

Sie habe sich danach gesehnt, aus bürgerlichen Konventionen auszubrechen und habe im Proletariat den Naturalismus entdeckt. "Das Schöne ist das Häßliche", zitiert Hannelore Fischer die Künstlerin. Mit ihren grafischen Arbeiten über einen Weber-Aufstand gelang Käthe Kollwitz 1898 der künstlerische Durchbruch. Orden und Auszeichnungen gab es für das vielgelobte Werk aber nicht, "die gehören an die Brust der Männer" hieß es damals.

Studentenzeit, politische Umbrüche, Kriegswirren, soziales Engagement und private Schicksale - das vielfältige Leben der Käthe Kollwitz spiegelt sich in dieser Sonderausstellung (Foto:OBK).
Studentenzeit, politische Umbrüche, Kriegswirren, soziales Engagement und private Schicksale - das vielfältige Leben der Käthe Kollwitz spiegelt sich in dieser Sonderausstellung (Foto:OBK).

Es folgen acht großformatige Radierungen, die ihren Bekanntheitsgrad weiter steigern. Durch Aufenthalte in Paris findet Käthe Kollwitz zunehmend Interesse an plastischen Arbeiten gefunden. Einige ihrer wichtigsten Werke, darunter "Die große Liebesgruppe II", von 1913 und "Der Turm der Mütter" (1937) sind noch bis zum 1. November dieses Jahres im White Cube zu bewundern.
Weitere Informationen auf www.schloss-homburg.de.